Das musste mal gesagt werden

In Anbetracht der Presseberichte in den Westfälischen Nachrichten und der teilweise unanständigen Kommentierung in den sozialen Medien gibt der Grüne Ortsverband nachfolgende Erklärung zur Personalie Jörn Möltgen ab:

Natürlich hat es uns genau so geschockt, als die WN auf einmal von einem (Rück-)Wechsel unseres Bürgermeisters nach Münster schrieb, als sei schon alles in trockenen Tüchern. Tatsächlich gibt es jedoch bisher keinerlei Bewerbung von Jörn Möltgen. Welche Interessen im Einzelnen hinter dieser Indiskretion (oder gezielten Kampagne?) in Münster standen oder stehen, lassen wir hier zunächst einmal unkommentiert.

Als Tatsache jedoch muss man beschreiben, dass uns Grünen hier völlig klar war, dass Jörn Möltgen aufgrund seiner fachlichen Kompetenz, seiner menschlichen Qualität und seiner kommunalpolitischen Erfahrung in der Münsteraner Politik und Verwaltung nie in Vergessenheit geraten würde, wenn anspruchsvolle Posten zu vergeben sind. Oder wie unser Fraktionssprecher Friedhelm Höfener völlig zu Recht formulierte: „Wir haben einen veritablen Bürgermeister, der auch für andere Positionen infrage kommt. Das ehrt uns!“. Da haben wir Grünen in der Kandidaten-Suche und -Aufstellung wohl nicht alles verkehrt gemacht.

In Havixbeck hat Jörn Möltgens Arbeit offensichtlich viele Kommunalpolitiker überfordert, die CDU spricht ihm die Fähigkeit zur Leitung des hiesigen Rathauses ab (Zitat: „nur ein Job“), in Münster traut man ihm die Leitung eines Dezernats mit über 1.100 Mitarbeitenden scheinbar zu? Ist der Mann zu gut für Havixbeck?

Unbestritten ist aus unserer Sicht, wie engagiert sich Jörn Möltgen vom ersten Tag an hier eingebracht hat, „Baustellen“ im Dorf erkannt und mutig viele Initiativen gestartet hat. Und jetzt schreibt die hiesige CDU schon am ersten Tag eine Art „Nachruf“ und formuliert, sie hätten sich gewünscht, „dass sich der Bürgermeister stärker mit Havixbeck und den Menschen hier identifiziert“ und er sei „als Bürger der Stadt Münster mit Wohnsitz in Gievenbeck immer Zaungast geblieben“? Eine bodenlose Frechheit, wenn man weiß, mit welchem Engagement und Kraftaufwand (oft bis an die Grenzen gehend) unser Bürgermeister mit seiner (relativ kleinen) Verwaltung all die Themen bearbeitet hat, die in den letzten 2,5 Jahren hier im Dorf anstanden! Themen, die sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig waren: die unglaublichen Herausforderungen durch Corona, die Unterbringung und Betreuung Hunderter geflüchteter Menschen, die Betreuungs-/Personalproblematik bei den Kitas, Windkraft, Straßenbau, der Technologie-Park, das Sandsteinmuseum, das Mobilitätskonzept…

Und dann wird diesem engagierten Bürgermeister vorgehalten, er sei nur „Zaungast“ in Havixbeck? Andere meinen hingegen, es sei viel zu viel gleichzeitig angegangen worden. Wie soll man da den Menschen alles recht machen? Eine Dynamik und Vielfalt an Diskussionen und Projekten, die viele als „frischen Wind“ betrachten, ist offensichtlich für andere Menschen in Havixbeck ungewohnt und löst regelmäßig erst einmal Gegenwehr aus – leider häufig auch ganz schnell auf „Facebook-Niveau“: pauschalierend, diffamierend, uninformiert, aber dagegen! Besonders häufig war der freundliche Tenor: „Ihr habt GRÜN gewählt, das habt ihr jetzt davon!“ – wobei die Original-Formulierungen noch deutlich niveauloser waren.
Fraktion und Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen wünschen sich aus ganzem Herzen, dass Jörn Möltgen die Diffamierungen dieser Tage wegsteckt, in Havixbeck bleibt und den eingeschlagenen Weg weiter mit uns geht!

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